Zwischen zwei Welten

Da zurzeit das neue Büro mit Werkstatt und Lagerraum bezogen wird, waren wir bis zum letzten Tag in Kafue gut beschäftigt. Deshalb wurde mir gar nicht richtig klar, wie nah der Abschied bevor stand. Vor der Ausreise nach Sambia mussten so viele Dinge organisiert werden und ich habe mich durch das Vorbereitungsseminar stark mit den Veränderungen beschäftigt. Jetzt ging es jedoch einfach zurück ins gewohnte Umfeld. Die Abschiede haben sich ein bisschen verteilt, sodass man mit allen noch ausreichend Zeit verbringen konnte. Los ging es mit einer Feier, die wir für unsere Freunde organisiert hatten. In unserem Garten wurde klassisch gegrillt. Die „deutschen“ Salate als Beilage kamen sehr gut an. Sonst gab es zum Grillen nämlich immer den gleichen Kartoffelsalat und Coleslow.

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Abschiedsparty

Das Wochenende darauf verbrachten wir Brot-Freiwilligen in Lusaka. Es gab eine kleine Einheit zur Reflektion unseres Jahres und Entwicklungsarbeit allgemein. Hauptsächlich wollten wir aber einfach nochmal gemeinsam Zeit verbringen. Am Freitag war es dann endgültig so weit. Beim wöchentlichen Lehrerfrühstück wurden wir mit Kuchen, Geschenken und warmen Worten verabschiedet. Niza und Kalenga haben uns mit dem Schulbus sogar noch bis zur Gossner Mission in Lusaka gebracht.

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Mit Niza und Kalenga

Am nächsten Tag ging dann auch schon der Flieger zurück nach Deutschland. Der Umstieg am Flughafen in Dubai war ein krasser Kontrast zum Leben in Kafue. Der gesamte Flughafen besteht aus einem einzigen Dutyfree Shop mit den teuersten Uhren, Getränken und Parfüms. Dort fand dann auch der letzte Abschied statt. Mayleen und Lukas flogen nämlich nach Hamburg, Pia, Susanne, Jakob und ich nach Frankfurt. Dieser Abschied fiel aber nicht so schwer, weil wir uns schon bald wieder sehen.

Das Jahr war eine besondere Erfahrung, die schwer in Worte zu fassen ist. An der Schule wurden wir sehr herzlich aufgenommen und es gab eine große Aufgeschlossenheit für das Freiwilligenprogramm. Mit Schülern, Lehrern, sonstigen Mitarbeitern und natürlich unserem Team gab es sehr interessante und lustige Gespräche. Besonders mit Lazarous, unserem Mentor, und Kalenga, mit dem wir sehr häufig arbeiteten, hatten wir eine super Zeit. Glücklicherweise ist es dank Whatsapp unkompliziert Kontakt zu halten. Durch ein Austauschprogramm besteht auch die Möglichkeit, Schüler oder Lehrer einmal in Deutschland zu treffen, und wer weiß, wann es mich mal wieder nach Sambia zieht. Besonders prägend war das Jahr für meine Haltung zu Entwicklungsarbeit, da ich erfahren konnte, wie diese ausgeführt und angenommen wird. Der interkulturelle Austausch hat meiner Meinung nach sehr gut funktioniert, wenn auch etwas unausgewogen. Wir konnten Ideen einbringen und darüber diskutieren, wie Situationen in beiden Ländern gehandhabt werden. Auf der anderen Seite haben wir natürlich viel von der sambischen Kultur erfahren und handwerkliche Fähigkeiten gelernt. Außerdem haben wir erfahren, wie es ist, fremd zu sein und einen anderen Lebensstandard als in Deutschland zu haben. Wenn man nicht so unkompliziert an zum Beispiel Internet oder Fleisch kommt, lernt man die Dinge viel mehr zu schätzen. Wie man sieht sieht, ist der „Austausch“ stärker in eine Richtung. Es ist jedoch ein Programm in Planung, bei dem Freiwillige aus Sambia ein Jahr in Deutschland verbringen. Dieses gibt es bei Brot für die Welt schon für Georgien, Kamerun und Costa Rica. Das Thema Entwicklungsarbeit und deren Sinnhaftigkeit wird mich noch weiterhin beschäftigen. Der Freiwilligendienst hat also seine Spuren hinterlassen.

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