Fortbewegung in Sambia

Vor kurzem waren meine Eltern zu Besuch, wodurch mir klar wurde, wie selbstverständlich manche Dinge hier für mich sind, die sie sich in Deutschland gar nicht so richtig vorstellen können. Deswegen möchte ich in ein paar Einträgen über das Leben in Sambia allgemein berichten. Die Artikel beruhen nur auf meinen persönlichen Erfahrungen und es ist immer ein bisschen heikel so zu verallgemeinern, aber sie sind bestimmt gut, um einen besseren Einblick zu bekommen. Als erstes geht es um die Fortbewegung.

In Sambia von A nach B zu kommen ist, wenn man nicht gerade ein eigenes Auto hat, deutlich aufwendiger als in Deutschland. Doch selbst wenn man eines hat, muss man sich bei den Schotterpisten oder Schlaglöchern auf den großen Straßen sehr konzentrieren. Auch der viele Verkehr in Lusaka ist eine Herausforderung. Es gibt kaum Ampeln und überall schlängeln sich Minibusse an einem vorbei. Wir sind hier, außer auf dem Schulgelände, jedoch noch nicht selber gefahren. Die meisten Autos sind Gebrauchtwagen aus Japan. Dort herrscht auch Linksverkehr, so dass der Fahrerplatz an der richtigen Seite ist. Die Autos kommen im Hafen von Dar Es Salaam in Tansania an und müssen dann noch nach Sambia gebracht werden. Nicht selten ist der Preis für das Verschiffen inklusive Steuer teurer als das Auto selbst.

Wenn man kein eigenes Auto hat, ist man auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen, welche alle von Privatfirmen geführt werden.

Für lange Strecken gibt es Reisebusse, die zwar etwas älter aussehen als die in Deutschland, jedoch ziemliche hohe Standards haben. Außerdem sind sie hochgebockt, um gegen die Schlaglöcher stand zu halten. Mit ihnen kommt man in fast jede Ecke Sambias. Teilweise kann man auch in Nachbarländer fahren. Es gibt zum Beispiel Buslinien nach Windhoek und Johannesburg. Die Reisebusse sind meistens die schnellsten Fahrzeuge auf der Straße und überholen sogar Autos. Trotzdem haben sie häufig Verspätung. Diese entsteht schon bei der Abfahrt. Dort laufen nämlich erstmal etliche Verkäufer durch den Bus. Die Busunternehmen regeln den Ticketverkauf nur über Zettel und Anrufe , was sehr beeindruckend ist.

IMG_3172.JPG
Stand von Shalom in Kafue

Für kleinere Strecken und innerhalb Lusakas gibt es Minibusse. Sie sind ungefähr so groß wie ein VW Bully und werden mit ca. 18 Passagieren gefüllt.

Um mit dem Minibus zu fahren, muss man sich an die Straße stellen und warten bis einer kommt, Fahrpläne und Haltestellen gibt es nicht. Die Conductor, welche mit im Bus sitzen, machen aber gut auf sich aufmerksam. Wenn man in Kafue an der Hauptstraße entlang läuft, hört man dauernd jemanden „Lusaka, Lusaka, Lusaka“ von der Straße rufen. Die Preise für die Minibusse sind zwar eigentlich in Tabellen festgelegt, als Ausländer muss man allerdings aufpassen, nicht doch einen höheren Preis gesagt zu bekommen. Nach den ersten Fahrten kennt man aber die Preise für die Strecken und gibt dem Conductor einfach das Geld, ohne dass er etwas sagt. In Lusaka fahren die Busse im Sternprinzip, was etwas nervig ist, weil man immer ins Stadtzentrum fahren muss und es dort dementsprechend voll und chaotisch zu geht. Im Bus selber ist es dann aber bis auf die Gospelmusik aus den Lautsprechern auffallend ruhig.

Viele Strecken werden aber auch einfach zu Fuß zurückgelegt. Bürgersteige gibt es nicht. Im Vergleich zu Deutschland ist es daher etwas ungewöhnlich, so viele Leute am Straßenrand laufen zu sehen. Fahrräder werden meistens zum Transport von Lasten benutzt, sodass man auf den Gepäckträgern Feuerholz oder Säcke voll Kohle findet. Die Fahrräder sind dementsprechend stabil gebaut. Ein Großteil der Räder sind von der Marke „Buffalo Bikes“, über die es auch eine Dokumentation gibt.

IMG_4035.JPG
Fahrrad auf dem Fahrrad

Lukas und ich benutzen überwiegend unsere Fahrräder. Das ist zwar in der Hitze und mit schweren Rucksäcken anstrengend, allerdings ist man damit schön unabhängig.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s