Nicht nur Urlaub

Wir waren zwar in letzter Zeit viel unterwegs, doch auch in Kafue bzw. Sambia hat sich Einiges getan. Bevor wir uns auf den Weg nach Livingstone machten, konnten wir glücklicherweise noch das schwimmende Pumpenhaus auf dem Kafue River fertig stellen. Die Arbeiten am Fluss habe ich sehr genossen. Jetzt muss nur noch die Pumpe besorgt und auf die Plattform gebracht werden.

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Fertiges Pumpenhaus

Nach den Arbeiten am Fluss begann wieder die normale Arbeit auf dem Schulgelände. Ein Ereignis war dabei jedoch besonders. Als wir ein repariertes Abflussrohr wieder zugeschaufelt haben, kam auf einmal eine Schlange aus der Erde hervorgeschossen. Kalenga hat sie mit einem Spaten erschlagen. Da sie schwarz war, wurde sofort behauptet, es handele sich um einen Black Mamba. Das konnte ich mir kaum vorstellen und dachte nur die anderen wollten das Ereignis aufbauschen. Bei unserer Walking Safari habe ich jedoch dem Guide ein Foto von der Schlange gezeigt und er meinte auch, es sei eine Black Mamba. Da war ich auf einmal ziemlich beeindruckt.

Vor unserem Trip nach Livingstone haben wir auch angefangen, wie die meisten Sambier, im Garten anzubauen. Die Fläche ist recht groß, und das alles per Hand umzugraben war viel Arbeit. Von Lazarous haben wir Maissamen bekommen, aus Deutschland hatte ich noch Gurken- und Zucchinisamen und wir haben aus einer Melone die Kerne entnommen. Diese Samen haben wir dann gepflanzt und auf viel Regen gehofft, da wir durch die beiden Reisen kaum gießen konnten. Nach Livingstone konnte man schon erste Sprösslinge sehen und mittlerweile (Mitte Januar) ist der Mais ca. einen Meter hoch, die Zucchini fast reif zur Ernte und kleine Gurken und Melonen kann man auch schon sehen.

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Unser Garten

Zwischen unseren beiden Trips waren wir mit dem gesamten Handwerkerteam und dem Küchenteam, was aufgrund der Ferien nicht in der Mensa arbeiten musste, damit beschäftigt eine neu gebaute Doppelhaushälfte zu streichen. Die Arbeit war zwar auf Dauer ein wenig eintönig, durch die große Gruppe und mit Musik ließ es sich aber gut aushalten.

Zurzeit ist der Alltag in Sambia von Cholera geprägt. Zwar gab es in Kafue keinen einzigen Fall, jedoch ist das Thema dauerhaft präsent. Cholera bricht in Sambia häufig zu Beginn der Regenzeit aus. Als wir davon erfahren haben, dass es dieses Jahr besonders heftig sei, befanden wir uns gerade auf Sansibar, also weit weg vom Geschehen. Umso überraschter war ich, als wir nach unserem Urlaub in Lusaka ankamen. Es war eine andere Stadt. Auf den ersten Blick war ich sehr begeistert, weil alles sauber war und die Leute ganz entspannt die Straßen entlang liefen. Das passte gar nicht zu meinem sonst so dreckigen und chaotischen Eindruck. Ein paar seltsame Ereignisse erlebten wir jedoch schon kurz nach der Ankunft. Als wir aus dem Bus ausstiegen, fingen die Menschen auf einmal an die Straße herunterzurennen, weil es wohl einen Aufstand gegeben hatte. Den Grund dafür erschloss ich mir später. Außerdem war das Stadtbild von Militär geprägt. Auf den Straßen fuhren bewaffnete Fahrzeuge und auf den Bürgersteigen patrouillierten Soldaten. Auch die Minibusse fuhren andere Routen, weil an bestimmten Ecken Minibusse angehalten worden seien und die Passagiere die Straße sauber machen mussten. Vor den Supermärkten standen Waschbecken und jeder Kunde musste sich vor dem Betreten die Hände waschen. Um Cholera einzudämmen, wurde der Straßenverkauf verboten. Dadurch war es auf den Straßen auch so ruhig. Viele Menschen leben allerdings davon, ihre Ernte an der Straße zu verkaufen. Deswegen kam es wohl vereinzelt auch zu Aufständen. Außerdem ist es deutlich teurer Lebensmittel im Supermarkt zu kaufen. Die Schulen sollten geschlossen bleiben und frühestens am 30.01. wieder öffnen,  jedoch gingen in den letzten Tagen die Neuansteckungen deutlich zurück, sodass die Schule schon am Montag wieder aufmacht. Das bedeutet für uns als Handwerkerteam einiges an Arbeit, weil die Hygiene verbessert werden muss, sodass wir viel mit Klempnerarbeiten beschäftigt sind. Montag ist dann nach langer Zeit wieder Leben auf dem Schulgelände.

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