Alltag und trotzdem viel los

Weitere zwei Wochen sind nun schon vergangen. Unser Mentor/Chef Lazarous ist wieder da.

Zur Zeit wird, auch wenn nur ganz langsam, der Bau einer Wasserpumpe vorbereitet. Die Pumpe soll auf dem Fluss schwimmen und die Schulfarm mit Wasser beliefern. Mit Lazarous sind wir noch in den Ferien mit dem Schulboot auf dem Kafue Fluss gewesen, um einem Auftragnehmer von außerhalb die Stelle zu zeigen, wo Wasserpflanzen entfernt werden sollen. Es war auch ganz lustig, das Boot für die Fahrt vorzubereiten, weil wir die Batterie vom Generator im Boot eingebaut haben. Wenn es in der Zeit auf der wir auf dem Fluss waren einen Stromausfall gegeben hätte, wären die Pumpen in der Schule nicht angegangen. Die Batterie haben wir aber erst einen Tag später wieder zurück gebracht. Soweit ich weiß wurde die Stelle auf dem Fluss noch nicht bearbeitet.

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Rivercliff

In der selben Woche waren wir auch spontan bei einer Beerdigung von einem Polizisten, dessen Schwester in der Schulklinik arbeitet. Wir waren überhaupt nicht darauf vorbereitet. Wir haben unseren Kollegen geholfen ein Rohr auszutauschen, als uns gesagt wurde, dass wir einfach mitkommen sollen. Die Beerdigung war in den Hügeln in der Nähe von Waterworks (ein Dorf gar nicht so weit weg). Es sind sehr viele Menschen aufgekreuzt, auch viele so wie wir, die den Verstorbenen gar nicht kannten. Es wurde gesungen und ein paar Reden gehalten, die von jemand anderem ins Englische übersetzt wurden. Ein paar Polizisten haben Salutschüsse abgegeben. Diese waren jedoch unkoordiniert und ein Gewehr hat geklemmt. Nach zwei Stunden hatte ich großen Durst und einen Sonnenbrand, als die Beerdigung vorbei war. Nichtsdestotrotz war es eine wichtige Erfahrung!

In der Woche darauf hat die Schule dann auch endlich angefangen. Ab Sonntag sind die Schüler nacheinander eingetroffen mit Metalltruhen als Gepäck. Ein Schüler hatte die Schlüssel für seine Truhe verloren und dann musste das Schloss geknackt werden. Kein Problem für die Eisensäge. Eine andere musste geschweißt werden. Unser Kollege hat mit Flip-Flops, ohne Handschuhe und Maske die Scharniere der Truhe zusammen geschweißt. Als wir ihn darauf angesprochen haben, dass das ja gefährlich sei, meinte er, dass wär für ihn einfacher so.

Am Dienstag wurde ein Rind bei der Mensa geschlachtet. Eher durch Zufall und weil es grade keine andere Arbeit gab, haben wir dabei zugeschaut. (Das Rind wurde hingelegt, festgebunden und ihm dann die Kehle aufgeschnitten). Am nächsten Tag gab es dann Rindfleisch zum Nshima 😀

Um mobiler und unabhängiger zu sein, haben wir uns am Montag Fahrräder in Kafue gekauft. Bevor wir die aber benutzen konnten, mussten wir sie aber erst einmal in Stand bringen lassen bei einem Repair Shop. Anscheinend war wohl viel daran zu tun, weil wir zwei Stunden gewartet haben, bis die Räder für die Rückfahrt bereit waren. Wir hatten es aber noch nicht aus der Stadt raus geschafft, als es Niklas auffiel, dass sein linkes Pedal locker war. Kurz danach ist es dann auch abgefallen und dann haben wir die Räder zurück zum Repair Shop geschoben. Nach schneller Montage mit einer neuen Mutter, weil die alte verloren gegangen ist, waren wir wieder auf dem Weg zurück zur Schule. Bis mir dann auf halben Weg aufgefallen ist, dass mein Pedal auch locker wird. Den Rest des Weges hab ich die Mutter mit der Hand immer wieder festgezogen, was uns bis zur Schotterstraße vor der Schule gebracht hat. Dann ist aber das Pedal endgültig abgefallen und ich musste das letzte Stück zurück schieben. Als wir dann in die Schule gerollt sind, war ich sehr froh angekommen zu sein. Das Fahrrad von Niklas hat eine lustige Hupe am Lenker, und immer wenn ein anderer Radler mit der gleichen Hupe an uns vorbeigefahren ist, gab es einen lustigen Hupengruß.

Am Donnerstag mussten wir nach Lusaka fahren, um unsere Aufenthaltsgenehmigungen abzuholen.

Mit dem Minibus sind wir nach Lusaka (zum City Market) gekommen, und dann mit einem weiteren Minibus nach Ibex Hill, wo die Gossner Mission ist, gefahren. Dort haben wir unsere anderen Brot-Frewilligen getroffen und eine Nacht verbracht. Am Freitag morgen sind wir alle ganz entspannt aufgebrochen zu Immigration. Nach ein wenig Verwirrung und warten haben alle ihre Papiere in der Hand gehabt. Danach haben wir noch ein bisschen die Stadt erkundet bevor wir beide wieder zur Schule zurück gefahren sind. Wir saßen mit ganzen 24 Leuten in dem Fahrzeug, was ungefähr so groß war wie ein VW Bus:)

Wieder von Lusaka erholt sind wir am Samstag mit den Rädern in die Stadt gefahren um Lebensmittel einzukaufen. Eine Richtung dauert nur 40 Minuten. Bis jetzt haben wir noch keine Schlösser, also haben wir uns abgewechselt mit draußen warten. Als ich vor Choppies gewartet habe, hat mich ein Mann angesprochen und nach einem kurzen Gespräch hat er mir ein Lied von seiner Tochter geschickt, einfach so.

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