Die zweite Ankunft

Nach einer Woche Eingewöhnung in der Hauptstadt Lusaka sind wir Dienstag vor einer Woche schließlich an unserem eigentlichem Ziel, der UCZ Kafue Boys Secondary School, einem Jungeninternat, angekommen. Die Fahrt dorthin verging ziemlich schnell, da Kafue nur ca. 50 km von Lusaka entfernt ist. Direkt nach unserer Ankunft wurden wir in das Büro des Direktors geleitet, der uns herzlich empfing. Er war sogar schon mehrmals in Deutschland, da es ein Austauschprogramm mit einer Schule in Gelsenkirchen gibt. Am ersten Tag wurden uns so ziemlich alle Mitarbeiter der Schule vorgestellt, so dass es sehr schwierig war, uns von allen die Namen zu merken. Nachdem wir uns in unserer Wohnung auf dem Schulgelände eingerichtet hatten, führte uns Kalenga, der momentan den Chef des Handwerkerteams Lazarous vertritt, über das Schulgelände. Wir waren sehr beeindruckt, weil dieses echt riesig ist. Die Schule hat sehr unterschiedliche und vor allem praktische Angebote, die man in Deutschland an einer Schule eher selten findet. Dazu gehören unter anderem der Wood- und Metalworkshop und die schuleigene Farm. Zurzeit ist sogar ein Teich zum Angeln in Arbeit. Um die Schule hat sich für die Mitarbeiter und ihre Familien ein regelrechtes Dorf gebildet. In vielen Gärten wird dort selber angebaut. Da die Schule auf dem Land ca. 10 km außerhalb von Kafue liegt, hatten wir am ersten Tag noch keine Möglichkeit Essen zu besorgen, weshalb wir uns erstmal von Toast mit Erdnussbutter ernähren mussten :D. Am nächsten Tag ging es dann um 8 Uhr auf ins Maintenance Department, unsere Arbeitsstelle für ein Jahr. Das Aufstehen fiel uns leicht, da man durch Vogelgezwitscher und Sonnenstrahlen aufgeweckt wurde- das allerdings schon um 6 Uhr. Unser erster Job war die Verlegung von Kabelrohren in der Schulgarage. Lunch gab es dann in der Dining Hall. Hier wird jeden Tag Nshima mit verschieden Beilagen, meistens Kohl und Fleisch/ Fisch serviert. Nshima ist das Nationalgericht Sambias und wird von manchen Sambiern zu jeder Mahlzeit gegessen. Dabei handelt es sich um einen Maisbrei, aus dem man mit der Hand eine kleine Schale formt, mit der man die Beilagen greifen kann.

Nach der Arbeit am Nachmittag ruhen wir uns meistens erstmal aus. Oft stehen auch noch Aufgaben im Haushalt an. Durch das Waschen mit der Hand überlegt man sich eher, ob man das T-Shirt nicht doch nochmal anzieht. Es sind auch häufig Nachbarskinder oder Schüler vorbei gekommen, mit denen unsere Vorgänger schon Kontakt hatten, so dass sie an deutsche Freiwillige gewöhnt sind. Freitag sind wir noch einmal nach Lusaka gefahren, um Arbeitskleidung zu besorgen. Es war super, die Stadt einmal mit Einheimischen zu besuchen, da wir so an Orte gekommen sind, wo man sonst nicht hingehen würde. Interessant war zum Beispiel die China Mall, wozu wir auch ein Foto hochladen werden. Als wir die Arbeitskleidung anprobiert haben, mussten wir echt schmunzeln, weil wir darin wie die deutsche Feuerwehr aussehen. Am Wochenende haben wir uns ein wenig in der Umgebung umgeschaut und sind zum Kafue River und in ein Nachbardorf gelaufen. Besonders war aber der Gottesdienst am Sonntag. Die Kirche liegt unmittelbar neben unserem Haus, sodass man häufiger den Chor proben hört. Es ist erstaunlich, was für einen Sound ca. 10 Leute erzeugen können. Auch im Gottesdienst hat Gesang und Tanz eine sehr große Rolle gespielt. Leider wurde der Gottesdienst in der lokalen Sprache Nyanja gehalten, so dass wir nichts verstanden haben. Es war trotzdem interessant die Rituale zu sehen, besonders da alles sehr emotional und intensiv wirkte. Teilweise hat der Pfarrer fast geschrien oder Frauen haben geträllert.

Da der Tagesablauf unter der Woche immer recht ähnlich ist, hat es sich für uns schnell wie Alltag angefühlt. Die Arbeit im Handwerkerteam ist jedoch sehr abwechslungsreich. Ein Highlight war bis jetzt, dass wir dabei geholfen haben, den kaputten Motor aus dem Schulbus auszubauen. Leider vergeht auch viel Zeit mit Warten. Unsere Landesmentorin hat es im Vorbereitungskurs mit „waiting is an activity“ ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Noch sind hier in Kafue jedoch auch Ferien, so dass es auf dem Schulgelände eher ruhig ist. Uns wurde versichert, dass die Arbeit deutlich mehr wird, wenn die Schule in einer Woche wieder anfängt. Wir sind gespannt und genießen die Ruhe vor dem Sturm 🙂

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